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Intermediale Kunsttherapie Info

Universitäre und berufsbildende Ausbildung in Intermedialer Kunsttherapie

Nach dem Konzept von Shaun McNiff und Paolo J. Knill

Paolo J. Knill

1974 wurde am Lesley College in Cambridge (MA) ein neuer Master-Studiengang ins Leben gerufen. Er nannte sich "Expressive Arts Therapy" (Ausdruckstherapie) und wurde initiiert und geleitet durch die Tanztherapeutin Norma Canner, den Musiker und Therapeuten Paolo J. Knill und den Kunsttherapeuten Shaun McNiff. Dies war sozusagen die Geburtsstunde der "Expressive Arts Therapy", bzw. der "Kunst- und ausdrucksorientierten Therapie" oder "Intermodalen/Intermedialen Kunsttherapie".

Im deutschsprachigen Raum hat sich neben dem Begriff "Expressive Arts" die Bezeichnung "Intermediale Kunsttherapie" durchgesetzt. Der Ansatz bezieht in Therapie und Beratung Künstlerisches Tun im Sinne einer "Dezentrierung" mit ein.

Ein wichtiger Schritt in der Etablierung der Expressive Arts war die Gründung der European Graduate School EGS und der internationalen Expressive Arts Institute. Heute entwickelt sich die Anwendung des kunst- und ausdrucksorientierten Arbeitens in verschiedensten Bereichen ständig weiter (Therapie, Psychotherapie, Coaching und Supervision, Bildung, Konfliktmanagement und Friedensbildung, Gesundheitsvorsorge, etc.). Wissenschaft und Kunst stehen hierbei im Dialog, damit gesellschaftliche Entwicklungen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse einbezogen werden können.

Als erste und älteste Ausbildungsstätten in der Schweiz, bieten die European Graduate School EGS mit akademischen und die Stiftung EGIS mit berufsbildenden Abschlüssen eine breit gefächerte Palette an Ausbildungsmöglichkeiten an. Damit nehmen sie international eine Vorbildfunktion für das ganze Feld ein.

“Wir waren zwei Flügel eines Fluges”,

Paolo J. Knill und Shaun McNiff

sagt McNiff (ehemaliger Präsident des grössten Kunsttherapieverbandes der USA, AATA) über die 34-jährige Zusammenarbeit mit Knill (Ehrenmitglied der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft) im Rahmen dieses Ausbildungskonzeptes. In diesem Bild des einen Fluges und der zwei Flügel, kann metaphorisch der interdisziplinäre Ansatz der Kunsttherapie gesehen werden.

Das heutige Kunstschaffen ist, wohl wie noch nie, zweifach gefordert: Einerseits durch die medialen Verknüpfungen, wie sie sich nicht nur im Film, Fernsehen und in der Performance Art zeigen, andererseits durch die immer grössere Vertiefung in den einzelnen Disziplinen. Gerade darin sehen McNiff und Knill die Herausforderung der Gegenwart, sowohl in der Beratung als auch in der Therapie.

“Ästhetische Erfahrung als Weg zur Förderung”

Paolo tanzt vor Gruppe

"In den siebziger Jahren, als wir die Praxis der intermedialen Kunsttherapie (Expressive Arts Therapy) erarbeiteten, insistierte mein Kollege Paolo J. Knill, dass die intermediale Praxis eine lange eigene Geschichte als Kunstdisziplin hat, ähnlich einer Disziplin mit Orientierung zu einer singulären Kunstform, einem Instrument oder Medium. Wir alle, ob wir uns nun der Verbindung der Künste oder einer singulären Kunstform in der Beratung oder der Therapie widmen, sind vereint in der Pflege der Künste, des gestalterischen Ausdrucks oder der ästhetischen Erfahrung, als Weg zur Förderung des Wohlbefindens von Andern. Diese Verpflichtung zur Kunst im Dienst an der Menschheit ist das unterscheidende Merkmal im grösseren Kontext der Kunstpraxis."

(McNiff in "Integrating the Arts in Therapy"; Thomas, 2009, Seite 4)